2 Tasten, die einen zum Social Media Experten machen!

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07 Dez 2 Tasten, die einen zum Social Media Experten machen!

Social Media ist zur Zeit der heiße Shice im Netz und es gibt kaum noch ein Unternehmen, was nicht auch darauf drängt, eine Facebook Seite und ein Twitter Profil zu haben. Ganz zu schweigen von einer iPhone App natürlich. Selten wird dabei nach dem Sinn und Ziel gefragt, sondern in der Regel ist hier das klassische ME2 die Motivation. Und immer wenn eine Technologie, eine Innovation, irgendwas Neues in der Welt im Fokus steht, gibt es immer sofort auch entsprechende Experten. In meinem eigenen Berufsfeld gibt es sie offenbar sogar mittlerweile wie Sand am Meer. Das ist im Grunde auch ganz leicht zu erklären, denn mitunter erfordert die Qualifikation zum Social Media Experten eine einzige Anforderung: Das Beherrschen von 2 Tasten.

Immer wieder begegnen einem in der Welt Plagiate und Kopien. In der Netzwelt ist es jedoch besonders einfach, etwas Bestehendes und Bewährtes zu kopieren und als das Eigene zu präsentieren. Schließlich ist das Drücken von STRG+C / STRG-V ganz schnell erledigt. Daraus entstehen sogar komplette Fachbücher und Romane, die es sogar in Bestseller Listen schaffen, wie das Beispiel Helene Hegemann mit „Axolotl Roadkill“ dieses Jahr zeigte.

Dass mich dieses Phänomen mal selber treffen würde, hätte ich nicht erwartet und es erfüllt mich auf der einen Seite durchaus mit Stolz, aber auf der anderen Seite auch mit einem unangenehmen Beigeschmack. Schließlich ist es die eigene Expertise, die von anderen für das Self-Marketing eingesetzt wird.

Letzte Woche bin ich auf die Facebook Seite „Social Media in der Versicherungsbranche“ aufmerksam geworden, die grundsätzlich aufgrund meiner persönlichen beruflichen Laufbahn zunächst interessant schien. Doch schnell wurde klar, dass dort für mich keine wertvollen Informationen oder Innovationen zu erwarten waren. Zu oberflächlich und wenig dialogorientiert für meinen Geschmack. Die Qualifikation der führenden Seitenbetreiber Markus Besch (Vorstand der IT Advantage AG und des Social-Media Institutes) und René Strauß (Diplom-Betriebswirt und Netzwerker mit rund 15 Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsbranche) ließ sich auch lediglich nur durch ihre selbst beigefügten Auszeichnungen als Experten zurück führen. Auch die Vernetzung der Seiten ist mit 35 Fans für dieses Metier doch eher gering.

Wirklich interessant fand ich dann einen Beitrag, der mir nach den ersten zwei Zeilen doch recht bekannt vorkam. Am 10.11.2010 habe ich einen Artikel hier im Blog veröffentlicht mit dem Titel „Social Media für Versicherungen – Es tut sich was“ und nach einem Jahr ein Update über die Aktivitäten aus dieser Branche im Social Web veröffentlicht, der sich hoher Klickzahlen und guter Sichtbarkeit in Suchmaschinen erfreut. Und nun lese ich große Teile aus diesem Artikel original, ungekürzt und vor allem ohne Quellenangabe auf dieser Facebook Seite als eigenen Beitrag der sogenannten Experten Strauß und Besch.

Zunächst war ich etwas amüsiert, doch als auf eine Nachfrage eines Nutzers ein weiteres drittes Mal der vollständige Inhalt aus meinem Artikel verwendet wurde, verschwand das amüsierte Lächeln. Es ärgert mich im Grunde weniger, dass der Beitrag  kopiert wurde, sondern vielmehr, dass es heutzutage scheinbar reicht, um sich Experte zu nennen. Für diejenigen, die an Social Media interessiert sind, wird es dadurch letztenendes immer undurchsichtiger, die Spreu vom Weizen zu trennen. Da lieb ich mir doch die einzig wahren Social Media Experten, die investigativ und immer mit einem Augenzwinkern solche Spezialisten durchleuchten.

Update

Offenbar wurde mein Artikel von den Herren Strauß und Besch gelesen und sie haben den dezenten Hinweis verstanden. Immerhin wurde nun mein Name zum entsprechenden Beitrag beigefügt. Hoffen wir, dass sie sich das auch zukünftig zu Herzen nehmen und nach dem Drücken der berüchtigten 2 Tasten, wenigstens anschließend noch entsprechende Quellenangaben ergänzen.

5 Comments
  • René Strauß
    Posted at 21:32h, 16 Dezember

    Hallo Herr Wels,

    es stimmt dass auch Ihr Beitrag bei uns auf Facebook zitiert wurde. Dabei wurde leider die Quellenangabe vergessen. Dies wurde aber dann direkt am 07. Dezember um 21:16 nachgeholt, da wir uns nicht mit fremden Federn schmücken möchten.

    Das Lob geht an Kai Wels. Quelle: http://www.kaipiranha.de/
    07. Dezember um 21:16

    Wir haben in einer „Nacht und Nebel Aktion“ die Seite eingerichtet.
    Also sorry. Es ist bestimmt nicht unsere Art und wir bitten um Entschuldigung. Wo Menschen arbeiten passieren auch Fehlern auch den Experten.
    Wie Sie bei den jetzigen Seiteneinträgen sehen, ist immer eine Verlinkung auf die Ursprungsseite dabei. Wir möchten zunächst nur die Informationen sammeln und ein Sammelbecken anbieten. Wir fanden es einen sehr passenden Eintrag von Ihnen. Lob! Wir hätten uns natürlich gefreut, wenn Sie uns auf dem kurzen Dienstweg durch ein Telefonat auf den Fehler hingewiesen hätten.

    Wir finden es eine gut gemachte Kampagne die wahrgenommen wird aber viel Geld kostet :-) Schade um die Marken Victoria und Hamburg Mannheimer (Herr Kaiser)

    gute Geschäfte, eine tolle Weihnachtszeit und Gesundheit wünscht Ihnen
    René Strauß
    PS: Man muß nicht immer ein Buch schreiben um als Experte zu gelten.

  • kaipiranha
    Posted at 21:54h, 16 Dezember

    Hallo Herr Strauß,
    ich danke Ihnen für Ihre offene Antwort und Ihre persönliche Nachricht über Xing. Dass Sie nach meinem Blog Beitrag die Quellenangabe ergänzt haben, habe ich bemerkt. Doch könnte eine böse Zunge durchaus behaupten, dass das Kind vorher bereits in den Brunnen gefallen ist. Schließlich ist Ihnen die Halbwertszeit von Beiträgen in einem Newsstream sicher bewusst.

    Ich habe größtes Verständnis für die Fehlbarkeit von Menschen und nehme Ihre Entschuldigung gerne an. Aber auch in einer Nacht und Nebel Aktion gibt es grundsätzlich Punkte wie z.B. Urheberrechte zu beachten. Insbesondere, wenn man sich als Experte positionieren möchte, gilt es meiner Ansicht nach, besonders akribisch zu arbeiten und nicht nur rechtliche, sondern auch moralische und kollegiale Grundregeln einzuhalten. Ich kann es insofern nur wiederholen, dass ich mich zunächst geehrt fühlte, als ich meinen Beitrag bei Ihnen zitiert las. Aber nachdem Sie ohne eine weitere Quellenangabe auf die Frage eines Nutzers ein drittes Mal meinen Beitrag kopiert haben, ist es schwer zu glauben, dass dies nur ein einfaches Versehen gewesen ist. Daher habe ich mir das Telefonat gespart, um zu sehen, wie intensiv Sie meinen Blog wirklich nutzen.

    Aber ich freue mich, dass Sie sich dem Dialog stellen und auch die Kritik angenommen haben. Insofern wischen wir mit dem sozialen Schwamm einfach drüber.

    Ich wünsche Ihnen ebenfalls eine besinnliche Weihnachtszeit.
    Kai Wels

    P.S.: Und nicht jeder der ein Buch schreibt, ist ein Experte. ;)

  • Peter
    Posted at 14:12h, 04 März

    STRG+C / STRG-V sind übrigens 3 Tasten, die man Beherrschen muss, nicht 2 ;-)

  • patte
    Posted at 22:15h, 26 April

    wenn man taste = tastenkombination setzt stimmt das ganze und liegt sicher mehr im sinne das autors
    denn das man es beherrscht die tasten zu drücken darf man wohl voraussetzen ;)

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