Tvister: Ein Bootsfahrt, die ist lustig…
Letzte Woche chatterte mir eine Einladung von Fränzi @tlgg über Facebook auf den Screen. “Lust auf ne Bootsfahrt?” Klar, immer! So enterte ich heute abend die MS Stralau, natürlich dabei nicht zu vergessen vorab die Lernerfolge im Seemansdeutsch von Torben aka Christoph aufmerksam zu verfolgen. Doch wozu die Bootstour? Berlin kennenlernen? Ich gebe zu, selbst als gebürtiger Berliner, was in dieser Stadt nach wie vor eine Seltenheit ist, entdeckt man immer wieder neue spannende Ecken, insbesondere, wenn man die Stadt vom Wasser aus erblickt. Völlig neue Perspektive!
Eine völlig neue Perspektive war es auch, die der Veranstalter der Web 2.0 Piratenfahrt vor der versammelten NetNerd-Gesellschaft präsentieren wollte: TVISTER.
tvister ist ein web-basierter Programmbegleiter, der alles, was es im Web zum Thema Fernsehen gibt, zusammenfasst.
Soweit der O-Ton auf www.tvister.de. Doch was heisst das jetzt auf deutsch? Tvister stellt den sogenannten Multitaskern bzw. Parallelnutzern vor, während und nach dem Fernsehkonsum zusätzliche Informationen zu Sendungen, Filmen, Schauspielern u.a. zur Verfügung. An sich eine gute Sache, da ich selbst während des Fernsehens durchaus dazu neige, mit meinem Laptop auf dem Schoß die permanente Langeweile im TV mittels ausgiebiges Surfen zu überbrücken und dabei schon das eine oder andere Mal Suchmaschinen frequentiert habe, um Filmographien o.ä. zu recherchieren. “Der Typ da, hat der nicht auch bei dem Film da mitgespielt? Du weißt schon, der von dem Dings….” So what, google it, hieß bisher die Devise. Nun will Tvister diese Lücke offenbar schließen und mit profunden Daten aufwarten.
Im Corporate Design blau getünchter Prosecco zum warm werden wurde bei Enterung gereicht und sogleich einstimmig Schlumpfsprudel getauft. Dann startete die Präsentation in der einige zusätzliche Features angekündigt wurden, die durchaus vielversprechend klangen und mich etwas positiver stimmten, da mein erster Besuch auf der aktuellen Tvister-Webseite vergangenen Dienstag etwas enttäuschend war. Als Social Media Junkie und Kind der Achtziger wollte ich der Welt unbedingt und umgehend mitteilen, dass auf arte eine wirklich gute Doku-Reihe über die 80ies just in diesem Moment lief. Da ich wie so oft mein Laptop heiss und willig aufgeklappt hatte, hatte ich erwartet, dass ich bei Tvister Infos zur Sendung finde und diese natürlich über eine Twitter API oder Facebook Connect sofort an meine Friends und Follower spreaden kann. (Soll heißen, ich wollte es einfach jedem erzählen, den ich irgendwie irgendwo kenne, egal, ob es ihn interessiert oder nicht ;) Doch fand ich zwar die Informationen zur Sendung und erfuhr, dass es keine einmalige Sendung war, sondern eine ganze Themenwoche, aber was fehlte, war der mittlerweile beinahe nicht mehr wegzudenkende Twitter- oder Facebook-Button. Hmmm, dachte ich. Wozu dann das ganze? Was ist der Mehrwert von Tvister? Auf die arte-Webseite wäre ich wahrscheinlich von allein gegangen, wenn ich von Tvister noch nie etwas gehört hätte. Es gab nicht mal die Möglichkeit, sich als User zu registrieren, um ggf. Sendungen vorzumerken oder als Favorit abzuspeichern. Ich griff also auf vertraute Technik zurück – Copy & Paste – und nutzte mein Tweetdeck zum posten. Ich hatte fast schon mein böses Urteil beschlossen.
Doch der exklusive Pre-Test in angenehmer Atmosphäre stimmte mich wieder etwas um. Social Connects werden zukünftig integriert, User-Accounts werden unter dem klassischen myTvister angelegt und Sendungen, Personen und Filme können bewertet werden. So soll mit zunehmender Beteiligung ganz im Sinne des Web 3.0 “semantisch kontextuell” mein Profil geschärft werden, so dass ich mehr und mehr die wirklich relevanten Informationen erhalte, die ich eigentlich sehen möchte. Darüber hinaus soll die Plattform mit IP-TV Desktop-Boxen verbunden werden, die dann Tvister zu einer Art multimedialer Fernsehzeitschrift mit Aufnahmefunktion macht. So gesehen macht das dann wieder alles einen Sinn und klingt nach einer Menge Potential im heiß umworbenen Web-TV Markt. Und mit der Telekom als Initiator wird dieser Plattform es sicher nicht an Mitteln fehlen, die Services kontinuierlich auszubauen.
Leider brach dann der Staging Server zusammen, so dass ein weiteres Testen nicht mehr möglich war und sich die Crowd mehr dem Spass nach der Arbeit widmete. Kindheits- und Jugenderinnerungen wurden wach, als beim Blog-Tvister sich verrenkend, neuartig vernetzender Körperkontakt zu den sonst hauptsächlich nur virtuell verbundenen Webbies entstand.
In jedem Fall danke ich TLGG und Michael Hetzinger von Schröder + Schombs für den tollen Abend auf dem Wasser und die Möglichkeit, das System vor dem Launch der Beta-Phase zu testen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt wie unser Input für die Optimierung in das System einfliesst. Die Erwartungen sind gesetzt!
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[...] auch an Kai Wels für den Artikel in seinem Blog und das Photo oben, das ich mir kurzerhand ausgeliehen habe. Christoph | [...]
Hey Kai,
schöner Artikel und schön, dass du da warst, danke! Liebe Grüße auch im Namen der gesamten Belegschaft!