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04 Nov Moin, Moin. Das 4. eBook Camp in Hamburg.

Es war ein Erfolg auf ganzer Linie, was das kleine Team des eBook Camps Hamburg am letzten Wochenende da nun schon zum vierten Mal auf die Beine gestellt hat. Bereits im Vorfeld zeichnete sich größtes Interesse und die limitierten Tickets waren bereits Minuten nach dem Vorverkaufsstart komplett vergriffen, noch bevor feststand, welche Sessions und Sessionleiter/-innen in diesem Jahr das Programm gestalten werden. Ich fühlte mich also durchaus geehrt, als mich Felix Wolf einlud, am 1. November etwas über die Zielgruppe von morgen zu berichten und was die Generation Smartphone für eine langfristige Auswirkung auf unsere Gesellschaft hat. Auch die anderen Themen klangen sehr vielversprechend, doch bei drei Blöcken mit je 3 parallelen Sessions mussten sich die Teilnehmer zu Beginn bereits entscheiden, um die Räume entsprechend des Interesses bestmöglich zu verteilen. Das Buhlen der Sessionleiter/-innen um die Gunst der Zuhörer und Abstimmung per Handzeichen erinnerten ein wenig an eine skurrile Junggesellenversteigerung. Doch das Publikum war sehr freundlich zu mir und ich konnte mich bei meiner eigenen Session über beinahe sämtliche Hände in der Luft erfreuen.

Den Anfang meiner persönlichen Session-Agenda machten Vedat Demirdöven und Steffen Meier, die als Bad Cop und Good Cop von der Juryarbeit des 1. Deutschen E-Book Award berichteten. Die beiden sind ein eingespieltes Team und plauderten angenehm erfrischend aus dem Award-Nähkästchen. Da ich mich freiwillig als Pate gemeldet hatte, habe ich alles in meinem Sessionbericht auf der Webseite des eBook Camps zusammen gefasst.

Danach schlüpfte ich selbst in der Rolle des Sessionleiters. Passenderweise hat Anne Tente direkt davor ausführlich die Social Writing Plattform Wattpad vorgestellt, die bei Jugendlichen sehr beliebt ist. Da fügte sich die Charakterisierung der Generation Smartphone sozusagen nahtlos an. Da ich das Thema bereits im Juli bei Leander Wattigs Veranstaltungsreihe Pub’n Pub recht ausführlich besprochen hatte, wollte ich diesmal etwas anderes. Schließlich soll ein Barcamp kein Frontalunterricht sein, sondern die Teilnehmer aktiv mit einbeziehen. Was könnte also besser sein, als die Kundengeneration der Zukunft direkt auf die Bühne zu holen, damit sie den Buchmenschen Rede und Antwort stehen können. Da man nicht einfach Kinder oder Jugendliche von der Straße in ein Barcamp schleppen darf, konnte ich glücklicherweise Laura Sonnefeld von Oetinger34 und Selma Wels vom Berliner binooki Verlag dazu gewinnen, diese Rollen einzunehmen. Ohne Probe und nur mit einem Kurzbriefing ausgestattet – verfasst während der Zugfahrt von Berlin nach Hamburg – haben die beiden eine absolut glaubwürdige Performance abgeliefert, so dass ich als Sessionleiter vom Publikum kaum noch wahrgenommen wurde und die Fragen direkt an die 11- und 17-jährigen Vertreterinnen der Generation Smartphone gestellt wurden.

In der letzten Session sprachen Luise Schitteck von readbox und Johanna Schaumann vom Carl Hanser Verlag über die Probleme mit und von Kunden bei der Benutzung von E-Readern & Co. Es ist einfach ein Kreuz mit all den unterschiedlichen Formaten der E-Books, diversen Geräten und DRM Kopierschutzmechanismen. Das stellt nicht nur Laien, sondern auch manchen Profi vor eine echte Herausforderung. Luise berichtete von ihren Erfahrungen als Buchhändlerin bei Thalia und aus dem Publikum gab es dabei häufig nickende Köpfe. Johannes Haupt hat hierzu einen sehr guten Artikel auf Lesen.net veröffentlicht, der als letzten Ausweg einer verzweifelten Buchhändlerin im Kundengespräch irgendwann nur noch die Empfehlung eines Taschenbuches einfiel. Neben den technischen Herausforderungen wurde auch über die Verwirrungen der Kunden in der Preisgestaltung offen diskutiert, was mich zu einem Artikel für die WIRED Germany inspirierte: Warum kostet ein E-Book eigentlich, was es kostet?

In der Abschlußrunde wurden von einigen Sessionleitern/-innen die Kernaussagen der jeweiligen Themen aus Sicht des diesjährigen Mottos „Hallo E-Book Leser, alles klar?“ nochmal zusammen gefasst, bevor es dann in den gemütlichen Teil mit Bier, Musik und Networking überging. Ich empfand die ganze Veranstaltung als sehr gelungen und kann die DANKSAGUNG nur mehrfach zurück an das tolle Team vom eBook Camp zurück geben. Carsten Raimann, Janina Hein, Andrea Schlotfeldt, Ute Nöth und Felix Wolf waren sehr souveräne Gastgeber und haben mit einer guten Auswahl an Themen und Sessions ein spannendes Programm geboten.

(Artikelfoto: Ute Nöth)

1Comment
  • Stew Wegner
    Posted at 12:02h, 08 November

    Lieber Kai – auf diesem Wege auch noch einmal Dank für Eure Super-Session und dazu passend 3 Comicbeiträge eines Kollegen, den ich Dir hiermit zu lesen empfehle (natürlich am besten auf dem Smartphone ;)). Den Auftakt macht dieser Strip: http://blog.beetlebum.de/2014/09/10/informatik-sommercamp/ … Viel Spaß damit!

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