The Dark Side of VW: Greenpeace mahnt zu mehr Klimaschutz

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28 Jun The Dark Side of VW: Greenpeace mahnt zu mehr Klimaschutz

Seit heute geht die aktuelle Kampagne von Greenpeace UK wie ein Lauffeuer durchs Netz. Dabei setzt der Umweltaktivist weniger auf Guerilla Aktionen wie Einbetonieren am Castor Transport, sondern auf zwei wesentliche Elemente, die sich für Virale Kampagnen schon häufig bewährt haben: Humor und Spielspass.Der zum Super Bowl in den USA erstmalig ausgestrahlte target=“_blank“>VW-Spot „The Force“ wird von Greenpeace aufgegriffen und der kleine sympathische Darth Vader, der mit seiner „Macht“ das Auto seines Vaters startet, wird von bekannten Vertretern der Star Wars Rebellen dafür per Laserschwert-Kampf zur Rechenschaft gezogen.

Hintergrund für die Aktion ist die Kritik von Greenpeace an der scheinbar wenig engagierten Geschäftspolitik von VW bei der Entwicklung von CO2-ärmeren und klimaneutraleren Automobilen. Besonders auffallend ist die ungewohnt zurückhaltende Tonalität seitens der Umweltschützer, die im „Manifest der Rebellion“ formuliert ist:

Unsere Heimat, die Erde, ist in Gefahr. VW bekämpft zwei wichtige europäische Klimaschutzgesetze: strengere Emissionsziele und scharfe CO2-Grenzwerte für Autos. Ohne die Gesetze droht der Erde dasselbe Schicksal wie Alderaan! (Mehr dazu unter VWs geheimer Plan.) Noch ist nicht alles verloren, wir spüren deutlich: Es steckt Gutes in Volkswagen!

Die Spots erzeugen die Aufmerksamkeit und ziehen die Nutzer auf die Microsite. Dort wird die klassische Sammlung von digitalen Unterschriften für eine Petition durch ein Spielfaktor ergänzt, der das Verbreiten des personalisierten Profils durch Steigerung der eigenen Jedi-Punkte belohnt.

Tue Gutes und hab Spass dabei, könnte eine neue Form der Unterstützung solcher Institutionen sein. Allerdings teile ich die Meinung von Olaf Kolbrück, dass der Spielspass den eigentlichen Fokus etwas verschiebt. Der Aufbau seines Jedi-Profils erinnert etwas an anfängliche Social Game Mechaniken und könnte die valide Anzahl der Unterstützer undurchsichtig machen, da auch eine Barriere für das Anlegen von Fake Profilen derzeit nicht hinterlegt ist.

Dass das Konzept „Gamification meets NGO“ aber grundsätzlich funktioniert, sieht man bei der rasant steigenden Teilnehmerzahl seit heute früh jedenfalls recht deutlich. Die Facebook Seite „The Rebellion“ legte in 2h knapp 2000 „likes“ zu und auf der Webseite www.vwdarkside.com waren es im gleichen Zeitraum sogar doppelt so viele.

VW reagierte auf die Kampagne überraschend schnell mit einem Statement an den Redakteur bei ZDF Online mit einem Zitat aus dem bisherigen Mailverkehr mit Greenpeace. Es bleibt also spannend.

Update 29.07.2011:

Mittlerweile hat Greenpeace begleitend zur Online-Kampagne auch im Ambient Marketing seine Strategie fortgeführt und ließ Star Wars Stormtroopers in vollem Kostüm durch die Innenstadt Londons laufen.

In den letzten 24 Stunden kamen dabei respektable Nutzerzahlen zusammen, die das Konzept durchaus in seinem quantitativen Erfolg bestätigen.

  • Generierte Supporter: 68.000
  • Facebook Fans: 16.500
  • YouTube Clicks: 282.000

Update 01.07.2011:

Offenbar hat diesmal nicht der angegriffene Konzern VW für eine Unterlassung bzw. das Löschen des Spots auf YouTube gesorgt, sondern Lucasfilm als Eigner der Urheberrechte von Star Wars, weshalb auch auf dieser Seite die Einbindung nicht mehr funktioniert. Bernhard Jodeleit schreibt dazu in seinem Blog ein paar sehr interessante Zeilen.

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